Der Judasengel
oder anfänglicher Titel “Schwarze Engel” wird immer mein wichtigster Roman bleiben.
Bei einer der faszinierenden Stadtführungen von Christian Setzepfandt
erfuhr ich von den Ereignissen der Frankfurter Homosexuellen-Prozesse von 1950/51.
Der Name eines der damals Beteiligten, Horst Kraazberg,
packte mich, vielleicht weil wir denselben Vornamen tragen und
ließ mich nicht mehr los.
Ich recherchierte sieben Jahre lang,
verbrachte sogar eine Nacht in einer Zelle des alten Polizeigefängnisses “Klapperfeld”
und fand 2013 Professor Reinhard Redhardt,
der zu Zeiten der Homosexuellen-Prozesse Assistent der Rechtsmedizin war.
Seine Aussage, mit 92 Jahren, drei Monate vor seinem Tod,
verband plötzlich die einzelnen, zusammenhangslosen Fetzen und vollendete das Mosaik.
In diesem Roman wollte ich den damaligen Opfern ein Denkmal setzen
und verhindern, dass diese Ereignisse vergessen gehen.
2008. als ich mit dem Roman begann,
wussten selbst ältere Homosexuelle kaum noch davon.
Daher war es mir außerordentlich wichtig, die dramatischen Ereignisse
möglichst anschaulich zu schildern und festzuhalten.
Ein großes Dankeschön auch dem “Main Verlag”, der das ermöglicht,
nachdem er die Rechte vom “Anderslieben Verlag übernommen hat.


