Arbeitszimmer

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Hier ist der Geschichtenerzähler zu Hause!
Mein Schreiben beginnt als Erzählen. Damals – als ich noch nicht schreiben konnte. Als Kleinkind sah ich mir gern die Kataloge der Versandhäuser an. Nicht wegen der Seiten mit den Unterwäschemodels. Auch nicht wegen den Spielwaren. Und schon gar nicht wegen den Schuhen. Meine bevorzugte Kategorie war der Schmuck. Aber nicht wegen des materiellen Wertes oder des Glanzes. Der Grund waren die verschiedenen Anhänger in Form von Tieren und Menschen. Sie waren für mich Darsteller in Märchen, die ich erfand und mir selbst erzählte.

Später im Saaletal, erzählte ich mir nicht nur irgendwelche Geschichten – ich erlebte sie! Ich verbrachte – selbst bei Regen – meistens die Freizeit zwischen Fluß, Feldern, Wiesen und Wald. Ich war Robinson Crusoe oder Huck Finn, durchstöberte die Wälder auf der Suche nach verborgenen Schätzen oder Zwergen und Feen. In krakeliger Schrift – die ich irgendwie auch heute noch habe – entstanden die ersten kurzen Märchen und Abenteuer.

Die erste, längere Geschichte, die ich überhaupt schrieb, entstand 1989 und ist einer sehr guten Freundin aus Hammelburg gewidmet. Weitere, längere Storys folgten: Fantasy-Märchen, Märchen, Geistergeschichte. Manche gut, manche mäßig. In erster Linie schrieb ich die Geschichten für mich, dennoch spornte mich die Begeisterung im Freundeskreis an, die Sache nicht aufzugeben.

Zu Freiburger Zeiten entstand dann die erste Version der “Giftigen Tränen”, wurde ein paar Mal überarbeitet und schlummerte immerhin zehn Jahre in ihrer Höhle, bis sie ans Licht kommen sollte.
Irgendwie war und ist mir die Kategorie Krimi anscheinend ans Herz gelegt, denn auch im wahren Leben sind und waren unheilvolle oder mysteriöse Todesfälle der Anlass für das Entstehen meiner Geschichten.
So verarbeitete ich in meinem allerersten Roman (unveröffentlicht) die Trauer über den tragischen Tod einer Freundin.
Zu den “Giftigen Tränen” inspirierte mich der mysteriöse Tod eines Bekannten aus Karlsruhe.
Auch einige künftige Ideen, die bereits in Arbeit sind oder in meinem Kopf herum spuken, haben tragische oder mysteriöse Todesfälle zum Anlass. Ich hielt es nie für möglich, dass ich – bzw. mein Buch einmal in fremden Regalen stehen könnte. Und die Aussicht, dass ich meine Verbrechen nicht mehr in meinen eigenen vier Wänden ausüben muss, sondern sie ungestraft in der Öffentlichkeit begehen darf! Kann man sich etwas Schöneres vorstellen? :-D In dieser Hinsicht kann man also nur sagen: Auf Wiedermorden!

Den “Judasengel” verdanke ich vor allem Christian Setzepfandt. Er brachte mich auf die Spur der Frankfurter Homosexuellen-Prozesse von 1950
Der Roman spielt im Frankfurt der Jahre 1950 und 1951 und befasst sich mit den damaligen Homosexuellen-Prozessen. Der Kernteil des Romans basiert auf wahren Begebenheiten. Er erfordert nicht nur vielfältige Recherchen, sondern auch eine aufwendige Suche nach den wenigen, noch vorhandenen, Zeitzeugen. In einzelnen Fällen konnte ich glücklicherweise sogar einzelne Interviews mit Letzteren verbuchen – speziell mit einer Person, die hautnah am Geschehen war.
Nach (mit Pausen) 7 Jahren Recherche und Arbeit erschien der Roman 2016.

Seit einiger Zeit arbeite ich am “Nowhere Man” – eine dramatische Love-Story, die zu 2/3 in Hamburg und zu 1/3 in den USA spielt.

 

 

 

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